Binding

Das Binding ist der Rand eures Quilts und bildet den Rahmen eures Designs. Deswegen macht es Sinn, sich auch hier genau zu überlegen, welchen Stoff man wählt. Ich nehme meist eine Farbe, die sich in etwa auch im Quilt wieder findet und meist einen entweder sehr kräftigen oder eher dunklen Ton.

Aus diesem Stoff schneidet ihr euch nun Streifen zurecht, die 2,5 inch bzw. 6,5 cm breit sind. Wie viele Streifen ihr braucht, könnt ihr euch einfach ausrechnen. Ihr müsst damit einmal um den ganzen Quilt rumkommen plus ca. 40 cm.

Ich werde in diesem Posting zwei unterschiedliche Methoden beschreiben um das Binding zu befestigen, einmal per Hand und einmal mit der Maschine. Das Binding per Hand ist die optisch sauberere Methode, die aber auch länger dauert. Per Maschine geht es deutlich schneller. Ich selbst nähe am liebsten per Hand abends vor dem Fernseher, für mich ist das Binding fast einer der schönsten Schritte am Quilten, es hat etwas meditatives an sich…

Ihr schnappt euch also euer Quilt-Sandwich. Erstmal müsst ihr die Ränder begradigen. Ich nehme dazu ein Maler-Lineal, dass ich meinem Papa gemopst habe, aber ihr könnt ganz einfach euer normales Quiltlineal nehmen. Vielleicht merkt ihr während des Schneidens, dass durch das Quilten die Kanten nicht mehr ganz gerade sind. Es ist nicht schlimm, wenn sie auch nach dem Zuschneiden etwas schief sind, das werdet ihr nach dem Waschen kaum merken. Aber wichtig ist, dass eure Ecken in einem möglichst exakten 90 Grad Winkel geschnitten werden!

Nach dem Begradigen nähe ich nochmal mit einem Zickzack-Stich einmal um den ganzen Quilt herum. So werden die Kanten versäubert und es ist ein kleines bisschen einfacher das Binding anzunähen. Dieser Schritt ist nicht unbedingt notwendig, lasst euren Bauch entscheiden.

Ab hier sind meine Bilder vom Garden Fence Quilt verloren gegangen. Die folgenden Bilder sind während der Arbeit an Tims Quilt entstanden, also bitte nicht wundern!

Euer Quilt-Top könnt ihr nun wieder zur Seite legen und euch eure Streifen schnappen. Diese näht ihr jetzt zu einem langen Band zusammen. Die Nahtzugaben müsst ihr wieder wie gewohnt aufbügeln.

Und ihr könnt direkt am Bügelbrett stehen bleiben! Denn als nächstes müsst ihr das gesamte Band der Länge entlang einmal zur Hälfte falten und den Knick dann gut bügeln. Ich hoffe ihr könnt das im Bild gut erkennen.

Ist das Band fertig gebügelt rollt ihr es zu einer grossen Schnecke auf. Die sieht dann so aus.

Um mir das Befestigen des Bindings zu erleichtern, mache ich mir eine Halskette mit der Schnecke. Dazu fädele ich einfach ein Stück Kordel durch die Mitte und binde sie zusammen. Das kommt dann um meinen Hals und ich habe zum Nähen die Hände für den Quilt frei.

Das Binding legt ihr jetzt an die Kante des Quilts an. Beginnt am besten irgendwo in der Mitte einer Seite und nicht zu nahe an einer Quiltecke. Die offene Seite des Bindings liegt an der Quiltseite an, die gefaltene Kante zeigt nach innen. Ihr könnt das Binding feststecken, ich mache es eigentlich ohne Nadeln.

Nun lasst ihr ca. 5 bis 10 cm des Bindings frei und fangt dann erst an es entlang der Quiltkante festzunähen. Das macht ihr mit einem Abstand von 1/4 inch oder 0,6 mm zur Kante. Man kann es auf dem Bild leider nicht so gut erkennen, aber das Stück Binding hinter dem Nähfuß wird nicht festgenäht sondern bleibt erstmal lose!

So näht ihr nun das Binding fest, bis ihr zur ersten Ecke kommt. Ein paar cm vor der Ecke haltet ihr an und faltet das Binding wie auf den Fotos: Erst nach aussen und ein Dreieck bilden…

… dann einmal komplett umfalten über das Dreieck hinweg…

… und dann die entstehende Dreieckslasche nach unten klappen. Seht ihr die Kante, die entsteht? Die könnt ihr euch auch mit einem Stift markieren falls man sie nicht so gut sieht. Bis dorthin müsst ihr nun weiter nähen, aber nur bis zu dieser Kante! Dort vernäht ihr dann den Faden.

Nachdem ihr den Faden vernäht habt, dreht ihr euren Quilt um 90 Grad, klappt, das Dreieck um und beginnt an der oberen Kante eure neue Naht. Denkt dran, ihr näht 1/4 inch bzw. 6 mm von der Aussenkante des Quilts entlang.

So naeht ihr nun einmal um den gesamten Quilt herum bis ihr an euren Anfangspunkt gelangt. Hier näht ihr genau bis zu dem Punkt wo eure Naht ursprünglich angefangen hat, ihr schliesst also quasi den Kreis. Das restlichen Binding schneidet ihr mit ein paar Zentimetern extra ab und eure beiden übrig gebliebenen Laschen faltet ihr so nach aussen (entschuldigt das schummerige Foto).

Nun faltet ihr den Quilt an der Stelle an dem das Binding sich trifft einmal um und lasst die beiden Laschen überstehen. Wer mag, kann sich an der Kante entlang eine Linie einzeichnen. Meine ist etwas weit nach aussen gerutscht. Sie sollte so nahe wie möglich am Quilt liegen, man soll ihn aber nicht treffen beim Nähen!

Entlang eures Striches näht ihr nun die beiden Laschen zusammen. Am Anfang und Ende eurer Naht das Vernähen nicht vergessen! Kürzt eure Laschen, faltet euren Quilt auseinander und das Ganze müsste dann so aussehen.

Bis hierhin sind alle Arbeitsschritte die gleichen, egal ob ihr per Maschine oder per Hand eurer Binding fertig nähen möchtet. Die nächsten Schritte unterscheiden sich, ich beginne mit dem

Binding per Hand:

Schnappt euch ein paar Haarklammern, legt euer Binding einmal um die Kante rum und heftet es mit den Klammern fest. Das muesst ihr nicht mit dem ganzen Quilt machen, ich mache das immer so für ca. 40 bis 50 cm.

Wenn ihr an eine Ecke kommt, sieht eure erste umgefaltete Seite so aus.

Schnappt euch eine Nadel, fädelt euch euren Faden auf, verknotet das Ende. Beginnt wieder irgendwo entlang einer Seite, nicht in einer Ecke. Zu Beginn müsst ihr hinter dem umgefalteten Binding die Nadel einführen und dann im gebügelten Knick wieder heraus. Ich hoffe das Foto macht dies deutlich.

Wenn ihr den Faden durchgezogen habt, müsste das nun so aussehen!

Als nächstes führt ihr nun die Nadel in den Quilt ein, genau an der Stelle, an der euer Faden aus dem Binding rausgekommen ist. Ihr wollt nur die erste Schicht des Quilt erwischen und nicht ganz durch stechen zur anderen Seite. Unter der ersten Schicht führt ihr eure Nadel ein Stück entlang des Bindings und kommt dann wieder aus dem Quilt raus.

Hier wieder ein Bild wie es aussehen sollte, wenn ihr euren Faden durchgezogen habt.

Nun stecht ihr wieder ins Binding, genau an der Stelle an der ihr aus dem Quilt rausgekommen seid. Ihr führt eure Nadel ein Stück durch’s Bindung durch und kommt dann wieder in der Kante raus.

Und hier seht ihr nun die drei Stiche nebeneinander. Idealerweise sollte man nichts sehen. Wenn man die Naht etwas auseinander zieht (übernächstes Bild), seht ihr wo der Faden quasi zwischen Binding und Quilt hin und her springen. Das Ganze soll eine unsichtbare Naht sein. Das hat auch einen speziellen Namen, ich hab’ es schon unter ‘Slip Stitch’ gesehen. Kennt jemand die deutsche Bezeichnung? Egal wie es heisst, ihr wisst nun auf jeden Fall wie es geht. :)

Wenn ihr an eine Kante kommt näht ihr bis zum Ende…

… und klappt dann die zweite Seite um. An der neuen Seite beginnt ihr dann wieder mit eurer unsichtbaren Naht.

Perfekt ist meine Ecke leider nicht, aber ihr könnt erahnen, wie es aussehen soll. Das macht ihr nun einmal um euren ganzen Quilt herum und: Tadaaaaa!! Ihr seid fertig!!

Kommen wir nun noch zum

Binding mit der Nähmaschine:

Hier gibt es viele unterschiedliche Methoden! Dies ist eine, die ich für einfach und optisch auch annehmbar halte. Das ist aber nur eine persönliche Präferenz. Ihr könnt es natürlich auch gerne auf eine andere Art ausprobieren.

Legt euer Binding zunächst wieder um eure Kante rum. Ihr könnt es auch wieder mit Haarclips feststecken.Dann spannt ihr den Quilt an einer Stelle entlang einer Kante ein und beginnt zu nähen. Eure Naht sollte möglichst nahe an der Kante des Bindings entlang laufen, die zur Mitte des Quilts zeigt.

Eure Naht müsste dann so aussehen. Leider habe ich kein Foto von der Vorderseite gemacht, aber wenn ihr euren Abstand gut halten konntet, dann dürftet ihr auf der Vorderseite nicht in das Binding rein genäht haben. Zusätzlich zu eurem Quiltmuster ist nun noch eine weitere Linien entlang des Bindings quasi als Quiltlinien auf der Vorderseite zu sehen. Wenn ihr an eine Ecke kommt dann geht ihr ähnlich wie beim Nähen per Hand vor, nur dass ihr die zweite Kante schon eher umfaltet und dann direkt auf sie drauf näht. Erst dann dreht ihr den Quilt um 90 Grad und näht weiter.

Und das war’s! Ihr seid nun fertig mit euren Quilts!

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