Das Werkzeug

Zum Quilten braucht man zum einen Standard-Sachen, die eine Hobby-Näherin zuhause hat, zum anderen dazu vielleicht noch die ein oder andere Kleinigkeit.

Das wichtigste Gerät ist wohl eine Nähmaschine. Falls ihr keine besitzt, müsst ihr euch aber nicht direkt eine kaufen! Fragt erstmal in eurem Freundeskreis oder der Familie nach, ob jemand euch sein Maschinchen borgen kann. Eine Nähmaschine ist eine teure Angelegenheit, deren Anschaffung sich auch lohnen soll. Wenn ihr also gerade erst anfangt, dann probiert euer neues Hobby erstmal eine Weile aus, bevor ihr viel Geld investiert!

Falls ihr eine neue Maschine kaufen möchtet, hier mal meine Erfahrungen (die natürlich absolut subjektiv sind!):

Begonnen habe ich “vor Quilt-Zeiten” auf einer billigen Maschine vom Discounter. Danach hatte ich ein 20 Jahre altes und damals sehr teures Teil von Singer. Im Frühjahr 2011 habe ich mir nach langem Sparen ein wunderbares Maschinchen von Pfaff gekauft. Mein Fazit: Wer mehr investiert, hat auch mehr Freude am Nähen. Ich hab es mal einer Freundin erklärt und mit dem Schneiden eines Steaks verglichen: Eine sehr gute Maschine ist wie eine gute, scharfe Klinge die durch ein Steak schneidet. Man kann sich voll und ganz auf´s Essen bzw. Nähen konzentrieren. Eine günstige Marken-Basis-Maschine ist wie ein günstiges Steak-Messer. Solide, es tut was es soll und es funktioniert, auch wenn es besser sein könnte. Und eine Discountermaschine – das ist ungefähr so, als würde man mit einem Schmiermesser versuchen ein Steak zu schneiden. Es ist anstrengend, klappt nicht besonders gut und man verliert die Lust.

Neben der Nähmaschine braucht ihr für ein Basiskit noch die folgenden Dinge:

- Eine Schneidematte (je größer desto besser) – wenn ihr euch eine Neue kauft, dann kann ich nur zu mindestens DINA3 raten, aber falls ihr eine Kleinere zuhause habt könnt ihr damit natürlich auch anfangen.

- Ein Lineal, wie dieses hier von Omnigrid:

Die meisten Nähgeschäfte führen sie (nur) in cm. Ich selbst habe auch eins in cm. Hier tut sich aber ein Problem auf – die meisten Muster die man so online oder in Büchern findet sind in inch-Angaben – denn das Quilten ist ja besonders populär im englischsprachigen Raum!  Das Umrechnen ist ein bisschen umständlich und jedes Mal wieder eine Fehlerquelle – aber eigentlich auch kein echtes Problem. Falls es euch so geht wie mir und ihr euch besonders zu Anleitungen mit inch-Angaben hingezogen fühlt, würde ich vielleicht in ein Lineal mit Inch-Angaben investieren. Die Lineale gibt es in verschiedenen Größen. Eine gute Größe für den Anfang ist 6×12 Inch bzw. 15x30cm, damit könnt ihr die meisten Sachen bequem schneiden.

- Ein Rollschneider, den kriegt ihr im Nähbedarf-Fachgeschäft. Glaubt mir, mit Schneidematte, Rollschneider und Lineal könnt ihr so schnell Rechtecke ausschneiden, dass sich die Investition definitiv lohnt. Mit der Schere kriegt man das leider niemals so genau hin. Näht ihr auch Täschchen oder andere hübsche Dinge? Dafür erweisen sich Schneidematte, Rollschneider und Lineal dann auch als eure neuen besten Freunde! Ich hatte übrigens als erstes einen Rollschneider von Prym, der war nach einem Jahr hinüber. Auch waren die Klingen schnell unscharf und ich musste sie immer wieder ersetzen. Nun besitze ich einen Rollschneider von Olfa und bin begeistert! Er ist in der Anschaffung etwas teurer, die Klingen kosten aber in etwa das Gleiche und halten m.M.n. deutlich länger.

- Stecknadeln und zwar nicht zu knapp.

- Nähnadeln für die Nähmaschine, ich nähe mit Standard-Nähnadeln in der Stärke 80/12

- Handnähnadel

- Nahtauftrenner (auch wenn wir hoffen ihn möglichst wenig benutzen zu müssen…)

- eine kleine Haushaltsschere

- gutes Nähgarn passend zum ausgewählten Stoff – ich nehme meist off-weißes von Gütermann (“Allesnäher – das ist ein Polyester-Garn). Die Marke ist eigentlich nicht so wichtig, ich glaube qualitativ tut sich zwischen den einzelnen Markengarnen nicht viel. Ihr solltet aber kein billiges Garn aus dem Ramsch-Laden nehmen. Glaubt mir, ihr wollt doch nicht Stunden über Stunden an einem Quilt sitzen, an dem sich nach ein paar mal waschen dann plötzlich die Nähte lösen! Auch hier ist euer zusätzliches Geld gut investiert! Ach ja: Und kauft lieber eine große Rolle… ihr werdet viiiiiel Garn benötigen!

Hier noch ein Hinweis einer lieben Leserin: In der Literatur wird zum Quilten oft reines Baumwollnähgarn empfohlen, da Polyestergarn “zu scharf” ist für den Baumwollstoff und langfristig dem Quilt schaden könnte. In Erfahrungsberichten, die ich gelesen habe, habe ich aber auch schon gelesen, dass Polyestergarn ebenso wie Baumwolle funktioniert und es keine Probleme gab. Auch selbst habe ich noch keinerlei Probleme gehabt mit meinen Quilts die in Gebrauch sind. Entscheidet einfach selbst, was für euch die beste Option ist.

- gebogene Sicherheitsnadeln (z.B. von Butinette.de), alternativ kann man auch ein Klebe-Spray benutzen. Welche Unterschiede es im Handling gibt, könnt ihr hier nachlesen.

- Und jetzt noch als letzter Punkt: Ein 1/4 Inch Fuß für eure Nähmaschine. Dies ist kein Muss, sondern nur als Tip gedacht für diejenigen, die das mit dem Patchworken und Quilten öfters machen werden. Beim Patchworken ist es ganz wichtig, eine sehr genaue Nahtzugabe von 1/4 inch einzuhalten. Manche Maschinen haben eine Metallplatte auf der dies eingezeichnet ist, auf manchen kann man die Nadelposition so ändern, dass der Abstand zu der Kante eines normalen Fußes 1/4 inch beträgt. Ein kleiner, praktischer Trick ist auch, sich mit etwas Washi Tape eine Kante zu kleben, die 1/4 Inch von der Nadel entfernt ist und euren Stoff entlang dieser Kante zu führen. Ich möchte meinen 1/4 inch Fuß auf keinen Fall mehr missen, aber für den Anfang kann man sich auch auf andere Weise behelfen.

Damit habt ihr erstmal eure Grundausrüstung zusammen. Als nächstes kommt die Stoffauswahl – einer meiner Lieblingsschritte!

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