Garden Fence Quilt-Along: Das Werkzeug

7 Nov

Zum Quilten braucht man Standard-Sachen, die eine Hobby-Näherin zuhause hat. Und dazu vielleicht noch die ein oder andere Kleinigkeit.

Das wichtigste Gerät ist wohl eine Nähmaschine. Falls ihr keine besitzt, müsst ihr euch aber nicht direkt eine kaufen! Fragt erstmal in eurem Freundeskreis oder der Familie nach, ob jemand euch sein Maschinchen borgen kann. Eine Nähmaschine ist eine teure Angelegenheit, deren Anschaffung sich auch lohnen soll. Wenn ihr also gerade erst anfangt, dann probiert euer neues Hobby erstmal eine Weile aus, bevor ihr viel Geld investiert!

Falls ihr eine neue Maschine kaufen möchtet, hier mal meine Erfahrungen (die natürlich nicht allgemein gültig sind):

Begonnen habe ich „vor Quilt-Zeiten“ auf einer billigen Maschine vom Discounter. Danach hatte ich ein 20 Jahre altes und damals sehr teures Teil von Singer. Seit neuestem habe ich mir nach langem Sparen ein wunderbares Maschinchen von Pfaff gekauft. Mein Fazit: Wer mehr investiert, hat auch mehr Freude am Nähen. Ich hab es letztens noch einer Freundin erklärt und mit dem Schneiden eines Steaks verglichen: Eine sehr gute Maschine ist wie eine gute, scharfe Klinge die durch ein Steak schneidet. Man kann sich voll und ganz auf´s Essen bzw. nähen konzentrieren. Eine günstige Marken-Basis-Maschine ist wie ein günstiges Steak-Messer. Solide, es tut was es soll und es funktioniert, auch wenn es besser sein könnte. Und eine Discountermaschine – das ist ungefähr so, als würde man mit einem Schmiermesser versuchen ein Steak zu schneiden. Es ist anstrengend, klappt nicht besonders gut und man verliert die Lust.

Neben der Nähmaschine braucht ihr für ein Basiskit noch die folgenden Dinge:

– Eine Schneidmatte (je größer desto besser) – wenn ihr euch eine Neue kauft, dann kann ich nur zu mindestens DINA3 raten, aber falls ihr eine Kleinere zuhause habt könnt ihr damit natürlich auch anfangen.

– Ein Lineal, wie dieses hier von Omnigrid:

Die meisten Nähgeschäft führen sie (nur) in cm. Ich selbst habe auch eins in cm. Hier tut sich aber ein Problem auf – die meisten Muster die man so online oder in Büchern findet sind in inch-Angaben (zumindest was ich so in meinem englischsprachigen Werken und Blogs finde).  Das Umrechnen ist ein bisschen umständlich und jedes Mal wieder eine Fehlerquelle – aber eigentlich auch kein echtes Problem. Falls es euch so geht wie mir und ihr euch besonders zu Anleitungen mit inch-Angaben hingezogen fühlt, würde ich vielleicht in ein Lineal mit Inch Angaben investieren. =) Die Lineale gibt es in verschiedenen Größen. Für diesen Quilt reicht zu Anfang ein 6×12 inch bzw. 15x30cm Lineal, damit könnt ihr alles bequem schneiden.

Ach ja: Für diesen Quilt-Along habe ich ein Muster von Inch in cm umgerechnet – ich werde also beides angeben.

– Ein Rollschneider, den kriegt ihr für unter 20 Euro im Nähbedarf-Fachgeschäft. Glaubt mir, mit Schneidematte, Rollschneider und Lineal könnt ihr so schnell Rechtecke ausschneiden, dass sich die Investition definitiv lohnt. Mit der Schere kriegt man das leider niemals so genau hin. Näht ihr auch Täschchen oder andere hübsche Dinge? Dafür erweisen sich Schneidematte, Rollschneider und Lineal dann auch als eure neuen besten Freunde.

– Stecknadeln und zwar nicht zu knapp

– Nähnadeln für die Nähmaschine

– Handnähnadel

– Nahtauftrenner (auch wenn wir hoffen ihn möglichst wenig benutzen zu müssen…)

– eine kleine Haushaltsschere

– gutes Nähgarn passend zum ausgewählten Stoff – ich nehme immer off-weißes von Gütermann („Allesnäher – das ist ein Polyester-Garn). Die Marke ist eigentlich nicht so wichtig, ich glaube qualitativ tut sich zwischen den einzelnen Markengarnen nicht viel. Ihr solltet aber kein billiges Garn aus dem Ramsch-Laden nehmen. Glaubt mir, ihr wollt doch nicht Stunden über Stunden an einem Quilt sitzen, an dem sich nach ein paar mal waschen dann plötzlich die Nähte lösen! Auch hier ist euer zusätzliches Geld gut investiert! Ach ja: Und kauft lieber eine große Rolle… ihr werdet viiiiiel Garn benötigen!

Nachtrag: Eine liebe Leserin hat mich daran erinnert, dass in der Literatur oft reines Baumwollnähgarn empfohlen wird, da Polyestergarn „zu scharf“ ist für den Baumwollstoff und langfristig dem Quilt schaden könnte. In Erfahrungsberichten, die ich gelesen habe, habe ich aber auch schon gehört, dass Polyestergarn ebenso wie Baumwolle funktioniert und es keine Probleme gab. Ich denke hier müsst ihr selbst entscheiden. Ich werde bei der nächsten Rolle mal zu Baumwolle greifen und schauen, wo die Unterschiede liegen.

– gebogene Sicherheitsnadeln (z.B. von Butinette.de), die braucht ihr aber erst relativ spät wenn wir die Quilt-lagen zusammen heften. Alternativ kann man auch ein Klebe-Spray benutzen, das habe ich selbst aber noch nie ausprobiert.

– Und jetzt noch als letzter Punkt: Ein 1/4 Inch Fuß für eure Nähmaschine. Dies ist kein Muss, sondern nur als Tip gedacht für diejenigen, die das mit dem Patchworken und Quilten öfters machen werden. Bei Patchworken ist es gant wichtig, eine sehr genaue Nahzugabe von 1/4 inch einzuhalten. Manche Maschinen haben eine Metallplatte auf der dies eingezeichnet ist, auf manchen kann man die Nadelposition so ändern, dass der Abstand zu der Kante eines normalen Fußes 1/4 inch beträgt. Ihr könnt euch eure Maschine ja schonmal anschauen, wie ihr das umsetzen könntet. Für alle die direkt (noch) ein bisschen mehr Geld ausgeben wollen, die können in so einen Fuß investieren. Für meine neue Maschine habe ich mir so einen gekauft- vorher hat es auch halbwegs geklappt, aber jetzt macht es die Sache doch einiges leichter.

Damit habt ihr erstmal eure Grundausrüstung zusammen. Nächste Woche suchen wir dann Stoffe aus – das macht mir glaube ich immer am meisten Spaß!

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6 Antworten to “Garden Fence Quilt-Along: Das Werkzeug”

  1. Christina 9. November 2011 um 13:57 #

    Hi Steffi!

    Ich habe mir die Nähmaschine meiner Mama ausgeborgt und gucke nun erstmal ob wir uns anfreunden können. Zum Glück konnte meine Mutter es sich nicht nehmen lassen mir noch mal zu zeigen was man alles wo einstellen kann. Ich wusste gar nicht mehr wieviele Hebelchen und Rädchen so eine Maschine hat 😦
    Ich hätte auch nie gewusst, dass ich schon im Besitz eines Nahttrenners bin, wenn sie mir nicht gesagt hätte, dass das ein Nahttrenner ist 😉 Ich muss nur noch raus bekommen wie der wohl funktioniert….

    Vielen Dank für deine genaue Beschreibung! Ich habe nämlich tatsächlich noch mal bei Butinette geguckt, was du denn mit gebogener Sicherheitsnadel meinst. Für mich waren die normalen schon immer gebogen 😉

    Liebe Grüße
    Christina

    • Steff 9. November 2011 um 14:00 #

      Mich freut gerade total, dass ich dich anstecken konnte. =) Das mit dem Nahttrenner ist ganz einfach – nur leider ein bisschen lästig. 😉
      Wenn du noch Fragen hast, kannst du Samstag gerne eine halbe Stunde früher kommen. Kannst auch gerne dein Maschinchen mitbringen. Und wir üben dann ein bisschen? =)

  2. Christina 9. November 2011 um 14:39 #

    Wenn ich es bis Samstag schaffe, wenigstens einmal die Maschine angeschmissen zu haben, dann gerne. Bis jetzt steht sie noch gut verpackt im Flur. Aber ich traue mich noch ran 😉

    Auf jeden Fall kannst du mich schon mal in ein paar Geheimnisse einweihen. Z. B. ist der Platz zwischen Nähnadel und Maschine ja begrenzt. Wenn ich einen großen Quilt nähen will, wie passt denn da der ganze Stoff dazwischen?
    …vielleicht habe ich auch wieder nur ein Brett vorm Kopf 😉

    Freue mich auf jeden Fall schon auf Samstag!

  3. Steff 9. November 2011 um 14:45 #

    Schreib‘ am besten alle Fragen auf und wir klären die am Samstag! =) Das mit dem Abstand zeig ich dir dann einfach an einem Demonstrationsobjekt. =)

  4. Anne 13. November 2011 um 17:37 #

    Hi Steffi,

    jetzt oute ich mich mal als stille Mitleserin. Dein Blog gefällt mir sehr gut, und die Leidenschaft fürs Patchen und Quilten haben wir auf jeden Fall gemeinsam.

    Eine kleine Sache mache ich allerdings anders: Ich nehme nur Baumwoll-Nähgarn zum piecen. Das gibt es auch und in guter Qualität von Gütermann. Den Tipp habe ich von einer Schneiderin bekommen, dass man am besten immer die gleichen Materialien zusammen vernäht. Also BW-Stoff mit BW-Nähgarn, Seide mit Seidengarn etc. Angeblich ist das Polygarn zu „scharfkantig“ für die Baumwolle, was sich allerdings sicher nicht beim ersten Gebrauch zeigt, aber wohl mittelfristig gesehen.

    Mit dem Garden Fence Quilt liebäugele ich übrigens schon etwas. Darf ich mich Euch anschließen, auch ohne Blog?

    Happy Quilting und liebe Grüße
    Anne

    • Steff 13. November 2011 um 19:08 #

      Ja, das mit dem Baumwollgarn habe ich schonmal gelesen. Aber auch, dass man genauso gut das Polyester-Garn nehmen kann. Vielleicht probiere ich es einfach mal mit Baumwolle? Dann werde ich ja sehen, ob es einen Unterschied gibt. Danke auf jeden Fall für den Denkanstoß! Ich werde es morgen in den Artikel aufnehmen.
      Und ja, ja, ja! Ich freue mich riesig wenn du mitmachst! Einen Blog brauchst du natürlich nicht! Ich würde mich aber riesig freuen, wenn du mir vielleicht ab und zu ein Bild von deinen Resultaten schicken würdest?
      Ganz liebe Grüße!
      Steffi

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